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Warum wir tun, was wir tun


Das eigentliche Osterfest ist vor dem Hintergrund der jüdischen Passahfeier entstanden. Zu Beginn der Feier werden zunächst Osterfeuer und -kerzen gesegnet. Das Feuer gilt dabei als Symbol für die Sonne, die erst Leben ermöglicht.

Das Osterfeuer

Nicht alle österlichen Traditionen lassen sich auf den christlichen Glauben zurückführen.
Bereits in vorchristlicher Zeit war es Brauch, Feuer zu entfachen. Damit wurde im Frühling die Sonne begrüßt.
Als liturgischer Teil ist das Osterfeuer ein gesegnetes Feuer, kann somit dazu verwendet werden, sich von gesegneten Gegenständen, die man nicht mehr benötigt, zu entledigen. Der Pfarrer bzw. Priester entzündet anschließend am Feuer eine Osterkerze und trägt diese danach als Zeichen des Lichts in die Kirche – Jesus ist das Licht der Welt.

Hierzulande wird das Osterfeuer am Karsamstag, nach der Auferstehungsmesse, entfacht.

 


Die Osterkerze

Die Osterkerze wird an schon geweihten Osterfeuern entzündet und brennt während der Osterfestzeit. Die Symbolik des Osterfeuers ist auf die Osterkerze übertragen worden. Licht ist das Zeichen des Lebens. Die Kerze lässt sich vom Feuer verzehren, gibt sich ganz hin – wie Christus.
Deshalb steht die Osterkerze auch im Mittelpunkt der Osterliturgie. Wenn sich die Katholiken in der Nacht zum Ostersonntag im Gotteshaus versammeln, sind alle elektrischen Lichter ausgeschaltet und die Kerzen noch nicht entzündet. Vor der Kirche wird dann am geweihten Feuer die Osterkerze entzündet und feierlich zu den Gläubigen in das Gotteshaus getragen. Langsam wird das Licht von hinten an die Gemeindemitglieder, die kleinere Ausgaben der Osterkerze in der Hand halten, weitergegeben.

Schließlich wird der ganze Kirchenraum durch viele kleine Flammen erhellt. Dieser Brauch symbolisiert die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, der in die Welt gekommen ist, um die Dunkelheit zu vertreiben.
Seit dem 4. Jahrhundert gehört die Osterkerze zum christlichen Glauben. Das Einritzen des Kreuzes und der Buchstaben Alpha und Omega (Anfang und Ende) ist für das 7. Jahrhundert bezeugt. Zudem sind Osterkerzen meist festlich geschmückt. Sie sind weiß, als Zeichen für das neue Leben und mit Motiven verziert: mit Kreuzen, Bäumen,Sonnenlicht oder Wasser.


Das Ei in der W"ei"he

Lange war für die Christen das Ei als “flüssiges Fleisch“ in der Fastenzeit tabu. Da die Hühner im Frühjahr wieder mehr legten, sammelte sich zu Ostern ein Eierüberschuss an, der rasch verzehrt werden musste.
Im Mittelalter lieferten die Bauern am Gründonnerstag einen Teil der Eier als Naturalzins beim Lehnsherrn ab, ein anderer Teil kam in die Kirche, wo er den Eiersegen, den benedictio ovorum, erhielt.
In einem Körbchen – dem Weihekorb – werden die geschmückten Ostereier und andere Speisen am Ostersonntag in die Kirche getragen, wo die vom Priester gesegneten Speisen, außer Eiern ein Osterfladen, Osterbutter, ein Stück Schinken oder Speck, Wurst, Meerrettich und Salz wieder nach Hause getragen werden. Der Weihekorbinhalt  wird zum Frühstück serviert, denn es besteht der alte Aberglaube: Geweihtes muss man nüchtern essen, damit der Segen wirkt.



Der Brauch vom Ostereier suchen

Ostereier werden am Ostermorgen vom Osterhasen versteckt. So erzählt man. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Ostereiersuchen ein Brauch. Dabei handelt es sich um eine kindgemäße Ausgestaltung des Festes.

Der Brauch vom Eierpecken

In manchen Gegenden ist es Brauch, dass Kinder vor der Speisenweihe die Ostereier an beiden Enden anschlagen ("anditschen"), damit die Weihe besser hineingeht. Von Österreich bis nach Russland ist das Ostertitschen mittlerweile zu einem Osterbrauch geworden. Zwei Spieler nehmen dabei je ein hart gekochtes Osterei in die Hand. Ein Spieler fängt an und schlägt mit der Spitze seines Eis auf die Eispitze seines Gegenspielers, mit der Absicht, die Schale zu zerbrechen. Sieger ist der, dessen Ei zum Schluss als einziges noch unversehrt ist.

Im Mittelalter vergrub manch einer ein gesegnetes Ei - oder wenigstens seine Schalen - auf dem Acker, um auch diesen an dem Segen teilnehmen zu lassen, der sich wiederum bei der kommenden Ernte für den Bauern rentierte.

Andere Länder, andere Sitten

Ein sehr merkwürdiger Osterbrauch hat sich auf den Philippinen eingebürgert: Auf der südostasiatischen Inselgruppe halten Eltern zu Ostern ihre Kinder an den Beinen und heben sie kopfüber hoch. Das soll das Wachstum ihrer Sprösslinge fördern. Ob es wirklich hilft, ist nicht bekannt.