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Di., 22. Mai 2012 - 02:18

Ein Sommerabend mit Hindernissen!

Sommer – endlich ist es heiß, und ich sitze vor meinem Laptop im kühlen Wohnzimmer und genieße die Kühle…
Wie unzufrieden wir Menschen doch sind – ist es kühl, beklagen wir uns über diesen doch wahrhaftig „scheußlichen“ Sommer, jetzt haben wir die Hitze, und was mache ich nach schwitzenden 2 Stunden im Schwimmbad? Ich laufe nach Hause und flüchte in meine kühlen Räume…

Aber den lauen heutigen Abend werde ich nützen, um ein neues Lokal im 2. Bezirk zu testen, und das ganz sicher in meinem – schon vor einigen Monaten – erstandenen Sommerkleid, das bis heute im Kasten sein Dasein fristete! Ich freue mich, dieses leichte „Etwas“ anzuziehen und ohne Weste oder üblichen kälteresistenten  Utensilien  auszugehen.

Beschwingt durch diesen Gedanken spüre ich die Hitze nicht mehr, sondern ziehe mich in mein Bad zurück, dusche und prüfe noch rasch die Glattheit meiner Beine – so schön der Sommer, so anstrengend für uns Frauen , alle störenden Härchen von unserem Körper zu entfernen und da kommt mir wieder dieser verlockende Gedanke, mich im Herbst doch zu einer Haarentfernung  zu entschließen!...Aber dieses Thema behandeln wir ein anderes Mal.

Geduscht, eingecremt, frisiert und mit leichtem Make-Up öffne ich meinen Kasten und ertaste mein Traumkleid ,  ich nehme es heraus,  und – Gott-sei-Dank- es ist nicht verdrückt! Schnell hinein und  was zeigt mein Spiegelbild….? Ja, es passt noch wie angegossen,  die dazu passenden Schuhe und …ja, wo ist die Tasche, die ich dazu tragen wollte? Schubladen, Kästen in allen Zimmern  werden von mir  durchsucht – wo ist sie…?  meine Freude von vorhin lässt etwas nach und ich versuche meine Gedanken zu ordnen und in den hintersten Winkeln meines Gedächtnisses nachzuvollziehen, wo denn dieses Stück „Handtasche“ sein könnte!

Es will mir nicht einfallen…. Ich laufe zu meiner12-jährigen Tochter, vielleicht  –  so hoffe ich  – hat sie mit Ihrer Freundin „Boutique“  gespielt und sich meine Tasche geborgt. Ich schaue in Ihre Augen und sehe einen erstaunten Blick, den ich noch nicht deuten kann. In der nächsten Minute tritt die Erklärung der verschwundenen Tasche zu Tage: „ Aber Mama, die Tasche habe ich doch beim letzten Flohmarkt verkauft!“ Der Satz war noch nicht zu Ende gesprochen, als ich die traurige Wahrheit realisierte – natürlich, die Tasche hatte ich seit Jahren ungebraucht in meinem Kasten, da sie eine Farbe hatte, die zu keinem meiner Kleidungsstücke passte – und ich sie daher bereitwilligst meiner Tochter zum Verkaufen mitgab – wie verschieden andere Einkäufe, die sich  im Nachhinein als nicht gerade wohlüberlegt  bezeichnen  ließen!

Gerade jetzt hätte sich aber  dieser Kauf als doch wohlüberlegt erwiesen  und wäre  mit meinem neuen Sommerkleid eine  perfekte  Harmonie  eingegangen!

Aber was soll’s, ….vielleicht sich doch nicht so schnell von seinen Sachen trennen?

Anderes Kleid und passende Tasche nehmen? Nein, sicher nicht, mein Sommerkleid habe ich mir schon heute den ganzen Tag in den Kopf gesetzt und nun führe ich es halt mit einer anderen, nicht ganz so gut passenden Tasche aus.

Da meinem Mann dies sowieso nicht auffallen würde, machte ich mich mit ihm auf den Weg, und unserem Sommerabend stand nichts mehr im Wege!

Heidrun S.