Kurze Bartgeschichte

Wer in der Antike das Barbaren-Image abstreifen wollte, der musste sich rasieren. Ein schmerzhafter Prozess, da die Verwendung von Seifenschaum noch bis ins 16. Jahrhundert auf sich warten ließ.
Kein Wunder, dass der "Dreitagesbart" nach damaligen Maßstäben die perfekte Rasur war und aufgrund der großen Verletzungsgefahr lange den Barbieren vorbehalten blieb.
Im 11. und 12. Jahrhundert galt ein kurzer Kinn- und Wangenbart für Männer mittleren Alters als interessant, der Vollbart blieb lediglich älteren Männern vorbehalten. Gegen Ende des 14. Jahrhundert kam erneut die Rasur in Mode.
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann "Mann" wieder Bart zu tragen, der gleichzeitig die politische Gesinnung zur Schau stellte. So war der nach oben gezwirbelte Schnurrbart ein Symbol der Kaisertreue, das es mit allerlei Geräten zu pflegen und vor Essensresten zu schützen galt.
Mit der Qualitätsverbesserung der Rasiermesser durch eine forschrittlichere Stahlverarbeitung im 18. und 19. Jahrhundert, gingen schließlich immer mehr Männer zur Selbstrasur über.
Die Einführung zweiseitig verwendbarer Rasierapparate Anfang des 20. Jahrhunderts durch den amerikanischen Industriellen King Camp Gillette brachte dann den Durchbruch - die Angst vor der Verletzung durch Selbstrasur war nun endgültig passe.
Catherine Milian
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