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Di., 22. Mai 2012 - 02:07

Kleine Geschichte der Schönheitspflege

Wir alle wissen, was schön ist: ein gepflegtes Äußeres, das Frische und Gesundheit ausstraht. Aber - so zeigt uns die Geschichte - dies war nicht immer so.

Jede Zeit, jede Kultur hat ihre eigene Definition von Schönheit. Das Schönheitsideal, an dem sich etwa die altägyptische Hochkultur orientierte, entsprach der Vorstellung vom äusseren Erscheinungsbild ihrer Götter. Die Ägypter befreiten nicht nur täglich die Haut von Schmutz und Staub, sondern verwendeten zusätzlich duftende Öle und Balsame zur Pflege des Körpers.
Gleich ihrer Götter - deren Figuren ebenfalls gesalbt und gewaschen wurden - strebten sie nach äußerer Vollkommenheit, gepaart mit einem Leben in ewiger Jugend. Wie wichtig dies war, zeigen die kostbar verzierten Behälter und Geräte, die den Toten als Grabbeigaben mitgegeben wurden.

Ein Wandlung vollzog sich im Mittelalter. Nun galt das Baden nicht mehr nur als Mittel zur Körperpflege, sondern auch als Gesundheitstherapie. Öffentliche Badehäuser wurden zu einer wichtigen sozialen Einrichtung und erlebten eine Blüte.
Bader und Barbiere erfüllten hier vielfältige Aufgaben. Neben der Körperpflege behandelten sie Wunden, waren für Aderlass und Schröpfen zuständig oder entfernten kranke Zähne. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts sollte sich dies jedoch allmählich ändern. Durch die Entwicklung der medizinischen Ausbildung an den Universitäten wurden die Bader Schritt für Schritt ihrer wundärztlichen Aufgaben enthoben. Beeinflusst durch die zunehmende Autorität der Kirche und dem damit verbundenen neuen Schambewusstsein, sowie der zunehmenden Angst vor ansteckenden Krankheiten, galt das Baden zeitweise sogar als ungesund.

Ein Jahrhundert später, im Zeitalter des Rokokos, gipfelte diese Haltung im übertriebenen Einsatz von Make-up. Ein puppenhaftes Gesicht mit weißem Teint und roten Wangen war Teil der Garderobe und galt als wunderschön. Die hierzu verwendeten Mittel enthielten jedoch stark gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe wie Blei, Wismut, Zinn und Quecksilber, die starke Schäden an Haut und der allgemeinen Gesundheit zur Folge hatten. In Abkehr an diese Haltung entwickelte sich langsam eine neue Auffassung des Schönheitsbegriffes, hin zur schützenden, natürlichen Körperpflege mit pflegenden Mitteln. Um der immer weiter wachsenden Nachfrage zu entsprechen, begann mit dem 20. Jahrhundert die professionelle Produktion von Kosmetik. So unterlag der Begriff der "Sauberkeit" in den letzten Jahrhunderten einem ständigen Wandel.