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Brüste sind nur bei Frauen schön...


Rund 80.000 Männer leiden hierzulande unter Gynäkomastie, die meisten davon auch unter großem psychischem Druck.
Nicht immer ist die männliche Brust voll Stolz geschwellt! Schon gar nicht dann, wenn sich dort eine deutliche, weibliche Busenausprägung zeigt. Gynäkomastie, die weibliche Brust beim Mann, ist keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom, das auf vielerlei Ursachen zurückgehen kann. Der harmloseste und mit 80% weitaus häufigste Grund ist eine Fettansammlung infolge von Übergewicht (unechte Gynäkomastie). Diese hält sich auch nach Gewichtsabnahme gerade rund um die Brust zumeist recht hartnäckig. Fitnesstraining hilft da leider nur wenig.
Bei der echten Gynäkomastie liegt hingegen Brustdrüsengewebe vor. „Die Ursache ist in etwa 80% der Fälle unbekannt; bei den verbleibenden 20% ist es eine Störung des Hormonhaushalts, also beispielsweise ein altersbedingtes Ungleichgewicht zwischen Östrogenen und Testosteron", erläutert der Gynäkologe, Prof. Dr. Peter Hernuss, ärztlicher Leiter der Privatklinik Wien-Währing. Er empfiehlt zur ersten Abklärung einen genauen Bluttest inklusive Hormonstatus-Bestimmung sowie eine Mammographie, bzw. Ultraschalluntersuchung. Denn in sehr seltenen Fällen kann das hormonelle Ungleichgewicht auf eine angeborene Hodenfehlbildung, auf Leber- und Nebennierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder einen Lungen- oder Hodentumor zurückgehen.

 

Ursache kann „hausgemacht" sein
Wo immer die Ursache liegt - der Leidensdruck Betroffener ist nicht zu unterschätzen. Manche genieren sich vor der Partnerin, andere haben Hemmungen, ins Schwimmbad zu gehen. Will MANN seine optisch störenden Brüste wieder wegbekommen, muss jedenfalls abgeklärt werden, ob nicht eine der oben beschriebenen Ursachen vorliegt.
Nicht selten ist die Gynäkomastie auch „hausgemacht": Langjähriger, vermehrter Konsum von Alkohol, Suchtmitteln oder bestimmter Medikamente (u.a. einige Magenschutztabletten) sowie die missbräuchliche Verwendung von Anabolika können das Brustdrüsengewebe beim Mann anschwellen lassen. In manchen Fällen bleibt auch nach Abstinenz das optische Problem bestehen.

 


Behandlung der Gynäkomastie
Um den von vielen Betroffenen empfundenen, optischen Mangel wegzubekommen und das männliche Selbstwertgefühl wiederherzustellen, stehen bei fehlender Krankheitsursache eine Langzeit-Therapie mittels Salbe (meist nicht sehr effektiv) oder ein chirurgischer Eingriff zur Auswahl. Dieser kann entweder unter örtlicher Betäubung oder mittels Vollnarkose durchgeführt werden. In den meisten Fällen wird ein Schnitt unter dem Warzenhof vorgenommen und das überschüssige Drüsengewebe entfernt. „Liegt nur Fett und kein Brustdrüsengewebe, also eine unechte Gynäkomastie, vor, kann auch eine Fettabsaugung sehr schöne optische Ergebnisse erzielen", berichtet der ästhetisch-plastische Chirurg, Univ.-Prof. Dr. Edvin Turkof.


Was nach dem Eingriff zu beachten ist
Aufgrund des kleinen Eingriffes kommt es nur selten zu erwähnenswerten Nebenwirkungen. Dennoch sind vorübergehende Schwellungen oder Schmerzen im Wundbereich sowie Blutungen oder Wundheilungsstörungen nie auszuschließen. Auf Sport und schwere körperliche Tätigkeiten muss man aber für mindestens 3-4 Wochen verzichten. Die Zufriedenheitsrate ist laut Auskunft vieler Fachärzte speziell bei diesem Eingriff sehr hoch. Prof. Turkof: „Die Patienten berichten über ein völlig neues Lebens- und Selbstwertgefühl. Das Ergebnis ist üblicherweise dauerhaft, denn ein Nachwachsen des Gewebes oder erneutes Anschwellen der Brustdrüse ist allen bisherigen Erfahrungen nach eher unwahrscheinlich".


Nähere Infos: www.medandmore.at

Fotos: E. Turkof

Buchcover: Klaus Vyhalek, Prof. Hernuss: Tagesklinik Wien-Währing